Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist eine der ältesten ganzheitlichen Medizinsysteme weltweit, deren Ursprünge bis 10 000 Jahre vor Christus zurück reichen. In diesem beeindruckend langen Zeitraum wurden die Methoden der TCM verfeinert und bei unzähligen Erkrankten angewendet, so dass die Traditionelle Chinesische Medizin zu Recht als Erfahrungsmedizin bezeichnet wird. Im Gegensatz zu unserer westlichen Medizin, die auf einem mechanistischen Menschenbild ihre Behandlungsstrategien aufbaut und jede einzelne Störung für sich getrennt betrachtet, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin der Mensch als Ganzes angesehen. Die Vorstellung von Qi (chin. ) als Lebensenergie ist die Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin, so wie die Vorstellung von Lebenskraft die Grundlage der klassischen Homöopathie darstellt. In der TCM wird das ganze Umfeld eines Menschen als Ursache der Erkrankung und Quelle der Heilung betrachtet. Die Heilung bedeutet die Wiederherstellung der Balance zwischen den polaren Kräften Yin und Yang, die laut chinesischer Philosophie unser ganzes Universum durchziehen.

Empfohlene Literatur:
Zhang Yu Huan, Ken Rose. Den Drachen reiten: Die kulturellen Wurzeln der traditionellen chinesischen Medizin.


Akupunktur

Nach der Erfahrung der chinesischen Ärzte durchdringt Qi den Körper wie Flüsse und Seen eine Landschaft durchströmen. Die Flüsse sind Leitbahnen (auch Meridiane genannt), die Seen sind ein Sinnbild für die darauf liegenden Akupunkturpunkte. Durch einen feinen Nadelstich wird der Qi-Fluss im Leitbahnsystem beeinflusst. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, die Punkte mittels kleinen Scheibchen Beifußkrauts, die auf die Nadel gesetzt und verbrannt werden, zu erwärmen um eine zusätzliche Qualität der Wirkung zu verleihen.
Diese Therapieform nennt man Moxibustion, zhen jiu (chin. ).

In Abhängigkeit von der Erkrankung sind 3 bis 18 Behandlungen notwendig. Durch die präzise Diagnosestellung wird es möglich, die Zahl der Akupunkturnadeln maximal zu begrenzen. Ich verwende ausschließlich sterile Einmalnadeln, die Infektionsübertragung ist somit ausgeschlossen.

Ergänzend zur Körperakupunktur wende ich bei manchen Erkrankungen die Ohrakupunktur an. Dabei werden die einzelnen Körperregionen in Beziehung zu der Ohrmuschel gesetzt.


Chinesische Arzneitherapie

Die Teile verschiedener Kräuter – Wurzeln, Rinden, Zweige, Blätter, Schalen und Blüten – werden in einem Rezept entsprechend der Diagnosekriterien der TCM zusammengestellt. In einigen Fällen kommen mineralische Arzneimittel (z. B. Austernkalkschalen) zum Einsatz. Aus Tierschutz-
gründen verzichte ich auf ohnehin hierzulande selten verwendete tierische Arzneimittel, so dass die Therapie auch für Vegetarier geeignet ist. Ich greife ausschließlich auf bewährte Rezepte aus den alten Quellen zurück. Die Kräuter werden in einer dafür spezialisierten Apotheke in aufwändigen Verfahren auf ihre Identität, Qualität und Reinheit geprüft. Bei Interesse finden Sie weiterführende Informationen über Qualität und Sicherheit chinesischer Arzneimittel auf der Homepage des Centrums für Therapiesicherheit in der Traditionellen Chinesischen Arzneitherapie (www.ctca.de).


Chinesische Diätetik

Die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung ist auch in der westlichen Medizin ein Begriff. Die Stärke der chinesischen Ernährungsheilkunde besteht darin, auf der Basis einer chinesischen Diagnose individuelle Empfehlungen zu geben. Es ist jedoch nicht zwingend notwendig, die chinesische Küche zu erlernen und exotische Lebensmittel zu konsumieren. Vielmehr geht es darum, die regionalen Lebensmittel so einzusetzen, dass sie zur Heilung beitragen können. In Einzelfällen werden chinesische Lebensmittel mit einer besonders starken Wirkung zeitlich begrenzt als Medizin eingesetzt (z. B. Ingwerwurzel). Zudem kann man durch eine bestimmte Art des Kochens (zerkleinern, erwärmen, einlegen) das energetische Verhalten der Lebensmittel beeinflussen.

Literaturempfehlung:
Ros Hartmann, Madeleine Stehle, Mirjam Walker Ulrich: Energetisches Kochen nach Altchinesischem Wissen.


Lebenspflege

In dem Huáng Dì Nèi Jing (chin. ) „Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin“ steht geschrieben: „Der Weise weiß, dass Yang Sheng (Lebenspflege) bedeutet, den Tages– und Jahreszeiten entsprechend zu leben, sich mit harmonisierter Stimmung wohl zu fühlen und die Wandlungsprinzipien von Yin und Yang zu befolgen. So wird die Gesundheit nicht von bösen negativen Faktoren beeinträchtigt und das Leben länger dauern.“

In meiner Praxis verbinde ich das Wissen über die chinesische Lebenspflege mit den Erkenntnissen der Ordnungstherapie – unserer westlichen Wissenschaft über ein ausgeglichenes Leben. So kann ich z.B. den Menschen helfen, die unter der Problematik der Schichtdienste, der chronischen Schlafstörung und des Konzentrationsmangels leiden.


Tuina

Tuina (chin. ) ist eine manuelle Energieregulationsform, die die Dehnungs- und Mobilisationstechniken mit der Massage der Akupunkturpunkte verbindet. Sie hat sich insbesondere bei den Erkrankungen des Bewegungsapparates und daraus folgenden Schmerzsyndromen sowie bei den vegetativen Funktionsstörungen wie Verstopfung und Regelstörung bewährt.
Entsprechend meiner Erfahrung verbinde ich Tuina mit der Akupunktur um eine möglichst schnelle und nachhaltige Besserung Ihrer Beschwerden zu erreichen.